Schulzentrum Oberwesel: Realschule und Hauptschule unter einem Dach

 

Unsere Schülerinnen und Schüler sind auf dem richtigen Weg!  An dieser Stelle werden Schülerarbeiten veröffentlicht, die dies belegen.....


 

Diese Schilderung schrieb ein Schüler, noch unter dem Eindruck der Klassenfahrt nach Ramsau:


Giganten

Mit aller Kraft widersetzen sie sich der Erde. Triumphierend thronen sie über dem Land, stumm und unerschütterlich. So hoch, dass ihre Spitzen sogar die Wolken durchbrechen und so alt wie die Welt selbst – die Berge des steierschen Landes.

Ein Himmel, der blauer nicht sein könnte, erstreckt sich über meinen Kopf und Wolken, so weiß wie die Strahlen der Sonne. Über jedem Stein, jedem Baum und jeder Pflanze liegt ein dicker Mantel aus Schnee, der das Licht hundertfach reflektiert. Still ist es hier, fast so, als wäre alles in einen tiefen Schlaf gefallen. Die Luft, die mich umgibt, ist rein und angenehm kühl und schenkt mir einen klaren Geist für den Aufstieg.

Ich wage es kaum, einen Fuß vor den anderen zu setzen, um den Schlummer und diese Makellosigkeit nicht zu stören. Bei jedem meiner Schritte zerbrechen tausende kleiner Eiskristalle unter meinen Füßen. Der kleine Pfad, den ich beschreite, wird von riesigen Tannen bewacht, deren Äste ein dichtes Nadeldach bilden. Auf einer kleinen Felskante stehend richtet sich mein Blick nach Norden, dort werden die Berge immer kleiner, bis sie schließlich ganz einer weiten Ebene weichen. Blickt man jedoch gegen Süden, so scheint es, als wollten sich die Gesteinsriesen gegenseitig übertreffen und streben immer höher und höher gegen den Himmel.

Wieder auf dem Weg erregt eine lichte Stelle in den Reihen der Tannen meine Aufmerksam-keit. Als einzige ihrer Art steht dort eine Eiche. Alt und krank sieht sie aus. Schwer lastet der Schnee auf ihren Ästen, die jedes Grün verloren haben. Unter der Berührung meiner Hände zerbröckelt die oberste Schicht der Rinde und fällt vor mir in den Schnee. Ein kleines Lächeln legt sich auf mein Gesicht. Neben der alten Rinde haben zwei kleine Zweige die Schneedecke durchbrochen. Zwei kleine junge Eichen, die eines Tages die Lücke der Wächter füllen werden. So endet das Alte, um Neues entstehen zu lassen.

Der Gipfel ist nun nicht mehr fern. Noch einmal sträubt sich der Berg gegen meinen Aufstieg, lässt meine Füße auf den glatten Kanten weggleiten und legt mir die spitzesten Steine in den Weg. Doch vergebens. Auf dem Gipfel des Berges stehend meine ich ein leises Grollen tief aus dem Inneren des Berges zu hören, doch es war wohl nur Einbildung. Überwältigt von diesem unbeschreiblichen Anblick nehme ich den eisig kalten Wind, der mich den ganzen Aufstieg begleitet hat, kaum mehr wahr.

Vor mir erstreckt sich ein lang gezogenes Tal, umringt von jenen gewaltigen Giganten, die schon vor Allem waren und auch die Menschheit überdauern werden.

Sven Berres (8c, 2003)

 

Film: Musikalische Darbietung eines Gedichtes durch eine Schülergruppe

 

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