Schulzentrum Oberwesel: Realschule und Hauptschule unter einem Dach

Alle Jahre wieder ...

... gibt es eine Musicalfahrt!

„Und ewig lockt das Musical...“ wäre vielleicht eine passendere Überschrift gewesen, denn kaum ertönt über die schulinterne Lautsprecheranlage die wohlklingende Stimme von Frau Stahl oder Frau Bohley, unseren Schulsekretärinnen, mit der Durchsage:
 
„Alle Schüler der Klassenstufen 8 bis 10 von Haupt- und Realschule, die sich für die diesjährige Musicalfahrt interessieren, kommen bitte in der Pause in den Filmsaal!“,
 
wird schnell deutlich, dass selbst der größte Unterrichtsraum des Schulzentrums dem massiven Ansturm von aufgeregt durcheinander schnatternden Jugendlichen nicht gewachsen ist. Egal, wohin es in diesem Jahr geht, die Resonanz ist ähnlich. Selbst Schüler, die das eine oder andere Musical schon einmal gesehen haben, wollen wieder mit. Viele haben auch von älteren Schülern, Freunden, Geschwistern oder Ehemaligen gehört, dass man sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen dürfe. Und den Beweis hierfür trete ich, die ich es mir zur Aufgabe gemacht habe, meine Schüler nicht nur theoretisch für Musik zu begeistern, sondern dies immer wieder durch Praxis zu untermauern, in jedem Jahr mit dem gleichen Enthusiasmus, ohne den eine solche Mammutveranstaltung nicht zu organisieren wäre, an.
 
„We will rock you“, 2009
 
Im Dezember dieses Jahres können wir mit einem neuen Rekord aufwarten: Erstmalig haben sich 166 Musicalfans (in Worten: einhundertsechsund-sechzig!!!) für die Fahrt ins Palladium Theater nach Stuttgart angemeldet. Die Anreise erfolgt in den drei größten Bussen der Firma Geiss sowie einigen Privat-PKW. Neben den regulären, glücklichen Teilnehmern gibt es eine Warteliste von Schülern, die es nicht rechtzeitig geschafft haben, sich anzumelden, und die nun sehnsüchtig darauf warten, dass ein Platz durch Erkrankung eines anderen Schülers frei wird.
Nicht, dass man einem Mitschüler etwas Schlechtes gönnen würde, aber in Zeiten globaler Schweinegrippenpanik könnte es ja möglich sein, dass der unwahrscheinliche Fall der Fälle eintritt und ein Schüler freiwillig zu Hause bleibt... Man wird sehen. Aber um an einem solchen Gemeinschafts-erlebnis teilhaben zu können, tut man schon so Einiges.
Die wohlbekannten Melodien der legendären britischen Rockband „Queen“, auf denen das Musical basiert, machen Werbung für die Fahrt nahezu unnötig und tun ihr Übriges. In einigen Klassen zählt man die Tage bis zum Großereignis bereits rückwärts (ein ähnliches Phänomen ist sonst nur bei Schülern und auch manchen Lehrern vor den Sommerferien zu beobachten), und ich werde bei Begegnungen mit besonders zählfreudigen Schülern auf dem Gang oder vor Stundenbeginn immer wieder auf den neuesten Stand gebracht: „Frau Weber, jetzt sind es nur noch X Tage, bis wir ins Musical fahren!“. Leider sind weder der freudig erregte Gesichtsausdruck noch die exponierte Stimmlage solcher Zitate im Schriftlichen wiederzugeben. Man bemühe daher seine eigene Phantasie, um sich ein möglichst realistisches Bild der Begeisterung der jugendlichen Teilnehmer zu verschaffen. Auch die Tatsache, dass sich immer wieder Ehemalige um die begehrten Plätze bewerben, spricht für sich.

Und so starten 147 Schülerinnen und Schüler der Klassen 8-10 von Haupt- und Realschule mit einigen Eltern und Lehrern als Begleitpersonen unmittelbar nach Schulschluss zu einem unvergesslichen Abend, an dem erfahrungs-gemäß die Show alle in ihren Bann ziehen wird. Vor allem, dass dies alles wirklich live gesungen und gespielt wird, scheint manchem nahezu unglaublich, weiß man doch durch eigene musikalische Versuche, wie schwierig es ist, in solches Niveau darzubieten.

Kaum sind nach Vorstellungsende alle Teilnehmer mehr oder weniger widerwillig, dennoch wieder vollständig in den Bussen versammelt, prasselt von allen Seiten die ewig gleiche Frage auf mich ein: „Wann fahren wir endlich wieder ins Musical?“, untermauert von diversen Vorschlägen, welches der inzwischen in zahlreichen deutschen Städten aufgeführten Bühnenwerke denn unser nächstes Ziel darstellen solle.

 
„Tanz der Vampire“, 2008
 
Ein neues Jahr, das gleiche Bild, lediglich ein anderer Schauplatz und noch mehr Musicalfans als im Vorjahr: 135 Schüler, 19 Eltern und Lehrer, die sich inzwischen auf drei Busse verteilen, in denen auch in diesem Jahr wieder kein Platz unbesetzt bleibt. Am 18.12.08 geht es wieder ins Ruhrgebiet, nur dieses Mal nach Oberhausen.
Der „Tanz der Vampire“ begeistert auch in Deutschland bereits seit mehreren Jahren mit seinem Gruselcharakter und erfährt eine besondere Aktualität durch das Vampir-Revival, welches gerade durch die Twilight-Serie („Biss zum Morgengrauen“) um den 17-jährigen Vampir Edward ausgelöst wurde, und hauptsächlich das Blut weiblicher Teenager zum Kochen bringt. Das bissige Musical nach dem Schwarzweißfilm-Klassiker von Roman Polanski mit seinem aufwändigen Bühnenbild, bis zur Entstellung verzerrten Masken und atemberaubenden Kostümen, die direkt aus Transsylvanien zu stammen scheinen, werden von einer mitreißenden Musik untermalt, die von der professionellen Liveband zu einer schier endlosen Kette von Ohrwürmern aneinandergereiht wird. Die Schüler überbieten sich nach der Show in Superlativen, um die Faszination dieses Werkes, das hauptsächlich auf der mysteriös-faszinierenden Aura des Vampirgrafen von Krolock beruht, in Worte zu fassen!
 
„Starlight Express“, 2007
 
Nach einem Mammutprogramm an Logistik, das den Machern der WM 2006 zur Ehre gereichen würde, machen sich 105 Schülerinnen und Schüler, die von acht Eltern und Lehrern begleitet werden, im Dezember 2007 in zwei randvollen Bussen auf den Weg Richtung Bochum zum „Starlight Express“. Auch nach 20 Jahren hat dieses actiongeladene Musical nichts von seiner Faszination verloren: Rasante Tempi, haarsträubende Stunts und Akrobatik, diverse Wettläufe und das alles auf Rollschuhen und Inlineskates halten die Zuschauer in Atem.

Besonders eindrucksvoll sind die quer durch die Publikumsreihen verlaufenden Bahnen, auf denen das Geschehen seinen Lauf nimmt. Obwohl noch kurz vorher um die besten Karten gefeilscht wurde, ist - sobald der erste Takt der Musik erklingt – dies alles völlig nebensächlich. Denn von jedem, der durchweg guten Plätze aus, hat man einen uneingeschränkten Überblick über die verschiedenen Schauplätze: Die um bewegliche Brücken ergänzte Hauptbühne, die Hochbühne sowie natürlich die bereits erwähnten Bahnen. In der Pause zwischen den beiden Akten strahlen in gewohnter Weise Schüleraugen um die Wette. Selbst Schüler, die „eigentlich ja nur wegen ihrer Mitschüler“ mitkamen, kommen nicht umhin, ihre Begeisterung kundzutun!

Cornelia Weber

 Musicalfahrer spenden auch im Jahr 2009 wieder
 
 Dankesschreiben der Kinderklinik  
   

 

Powered By Website Baker